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 Das Begleichen einer Schuld..

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Der Fährmann
Gast



BeitragThema: Das Begleichen einer Schuld..   Sa Sep 17, 2016 1:30 pm


Gesegnet sei der, der an diesem Tag zur späten Mittagsstunde die Zuflucht verlässt.
Auf der Schwelle der Gemäuer sieht er sich einer ausrangierten Weinkiste gegenüber, der Inhalt abgedeckt mit einem ungefärbten Leinentuch.

Sobald dieses unter neugieriger Hand verschwindet, erblickt man einen großen, gusseisernen Kessel, dessen Inhalt dem Auge durch den dazugehörigen Deckel verwehrt bleibt. Doch nicht der Nase... Verführerische Aromen steigen aus den Tiefen der Kiste empor, kitzeln die Sinne mit dem Geruch von geschmorrtem Rindfleisch, dunkler Rotweinsoße und einem Hauch Rosmarin. Auch der Duft von frisch Gebackenem lässt sich erahnen, befindet sich ein Laib hellen Brotes neben dem Kessel. Das saubere Geschirrtuch, mit dem er umwickelt wurde, hält noch immer die Wärme des Ofens geborgen.

Der Kiste zu Ehren, befinden sich in der hinteren Ecke zwei dickbauchige, verkorkte Flaschen, von einem schlichten Bastgeflecht umwickelt. Kein Etikett mag den Inhalt verraten, doch wird dem aufmerksamen Beobachter wohl auch ohne gewahr, dass es sich dabei um Rotwein handeln muss.

Nicht einzig der Dekoration gelten die frischen Bündel an reifen, dunklen Trauben - vereinzelt noch immer mit den Blättern der Weinrebe bestückt, die die Zwischenräume füllen. Fast hätte man es inmitten all dieser Gaben übersehen können; das kleine, schlichte Töpfchen aus Ton. Auch dessen Inhalt wurde mit einem Stück Leinen geschützt, doch ist der Inhalt weder Salz noch saurer Rahm, den man bei diesem Mahl vielleicht als Beigabe erwartet hätte.

Stattdessen befinden sich in dem Inneren eine kleine Ansammlung von… Regenwürmern, kaum mehr als einen gehäuften Esslöffel voll. In sich verschlungen scheint das Knäuel an Getier tatsächlich noch zu leben, ist die schleimige Oberfläche doch in seichter Bewegung.
Man könnte einen widerlichen Sinn für Humor vermuten, der diese Spende der Armut spottend mit derlei ekelerregendem Beiwerk ausstaffiert. Vielleicht – wurde aber auch schlicht ein nicht menschlicher Bewohner der Zuflucht bedacht. Gilt das Gewürm doch unter manch Individuen angeblich als wahrer Gaumenschmaus..

Der Menge von Speis und Trank nach zu urteilen, werden sich die Anwohner wohl für einen Abend die Bäuche vollschlagen können - bei Mäßigkeit und Verzicht vielleicht auch zwei.

Die Suche nach einem Hinweis, wem diese Gabe zu verdanken ist, scheint von Misserfolg gekrönt, lassen sich weder auf Pergament geschriebene Zeilen, noch auf Leinen gestickte Monogramme finden, die einen Rückschluss zulassen würden. Wer immer dies entsendete, schien wenig Interesse daran zu haben, sich mit dieser Geste von Sünden reinzuwaschen oder seinen Namen mit Barmherzigkeit zu verknüpfen, ist vermeintliche Selbstlosigkeit doch nur in den seltensten Fällen von dieser Intention geleitet.
Scheinbar niemand will den Lieferanten gesehen haben, wird man bei Nachfragen des Umfelds wohl nur unwissendes Kopfschütteln ernten.

Erst wenn die Kiste vollständig geleert wurde, lenkt ein sachtes Schimmern den Blick auf den hölzernen Boden. Vollkommen gewöhnlich und unscheinbar ist der kleine Kupferling, der sich wie zufällig hineingefallen zwischen den Lebensmitteln versteckt hält – die Bedeutung seines Daseins vielleicht ergründbar.

Zumindest für jene, die die Zeichen zu deuten wissen…

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Zatisch

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BeitragThema: Re: Das Begleichen einer Schuld..   Sa Sep 17, 2016 1:58 pm

Neugierig sitzt Serena neben der Weinkiste. Das Tuch wird gelupft und stirnrunzelnd der Topf betrachtet. Unschlüssig wird die Hand gehoben und der Deckel kurz zur Seite genommen. "Hm wer hattn das vergessn?"
Sie legt den Deckel wieder auf und schaut sich in der Kiste um. Schulterzuckend wird nach vergeblicher Suche das Tuch wieder über die Kiste gelegt und das ganze zum Mehrzwecktisch gebracht. Kurz kratzt sie sich am Kopf und holt einen Stift und ein Stück Pergament heran um etwas darauf zu schreiben.

Stand heute vor der Tür. Duftet gut und so. Keine Ahnung woher das is. Also esst es nich gleich. Lasst es erst prüfen.

Serena


Den Zettel befestigt sie an der Kiste und geht wieder hinaus.
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Fee

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BeitragThema: Re: Das Begleichen einer Schuld..   Sa Sep 17, 2016 7:31 pm

Wie so oft war es nichts anderes als nagender Hunger, der die heimgekehrte Rotschärpe zum Mehrzwecktisch lockte.
Es gab Zeiten.. in denen dort stets etwas zu finden war. Und auch am heutigen, frühen Abend sollte der Blick hellblauer Augen nicht enttäuscht werden.

Eine Kiste.. voll mit Herrlichkeiten, die schmale Augenbrauen doch dazu verleiteten sich nachdenklich zusammen zu ziehen. Den beschriebenen Zettel bald schon in Händen, sollte dieser nicht Geheimnisse lüften sondern eben diese verdichten. Achtlos fand die Botschaft Serena's ein vorläufiges Grab auf der zernarbten Tischplatte. Sodass spindeldürre Finger nach dem ungefärbten Leinentuch greifen konnten - um das saubere Gewebe von der schmucklosen Kiste zu zupfen.

Murrend rebellierte der leere Magen.. kaum das der Duft von geschmortem Fleisch sich in voller Pracht an die Sinne der kleinen Frau drängte. Hunger.. war jedoch niemals beißend genug um die Vorsicht in die Knie zu zwingen. Selbst dann nicht wenn Fingerspitzen sich sogleich einer der Trauben entgegen streckten.. nur um zurück zu zucken, als ströme eine unerträgliche Hitze von den saftigen Versuchungen.

Marginal schüttelte sich, der von nachtschwarzen Strähnen überwucherte Schädel. Mahnte zur eigenen Geduld.. mit der all die Gaben aus dem Kistengefängnis gehoben wurden. Zuerst der Topf. Dann die Traubenreben, behutsam auf dem Tisch aufgereiht. Ihnen folgte Wein. Diesem das Brot.. und erst zu Letzt auch das irdene Gefäß.

Fahles Funkeln lockte den Blick. Hin zum schartigen Kupergesellen auf dem Boden der schlichten Kiste. Als ginge ein unsichtbarer Zauber von der alten Kupfermünze aus.. verlor sich der nachdenkliche Zug, welcher die Mimik in eisernen Griffen gehalten hatte. Machte Platz für ein Lächeln.. zwischen dem unvermittelt eine erste Traube verschwand.

Nicht viel später.. hing der Topf über dem Eisengestell am Feuer. Waren Wein und Leinentuch zurück in die Kiste geräumt die ihren Weg hinauf zum Capolager fand. Brot und Trauben.. verräumt in der sogenannten Futterkiste. Was verschwunden war, war das irdene Gefäß.. und die winzige Münze, deren Bedeutung zumindestens eine Seele durchaus verstand. Und ihr genug Vertrauen zusprach.. um die Köstlichkeiten den hungrigen Mägen der Familie zu übergeben.

Ein weiterer Zettel.. lag auf den vielen Narben die die Marmorierung des Tisches zierten.

" Lassds euhsch smeggen! Fee ~ "
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